In insgesamt fünf Artikeln für die Mitgliederzeitung EuW (EuW 06/2020 Sachsen, EuW 09/2020 Mecklenburg-Vorpommern, EuW 11/2020 Brandenburg, EuW 20/2021 Thüringen) habe ich Bilanz über die Ausgestaltung der Bildungslandschaft in den ostdeutschen Bundesländern gezogen. Eine Einschätzung, die sich dabei geradezu bei mir aufdrängte, beschrieb die Industrie- und Handelskammer Magdeburg in ihren „Bildungspolitischen Positionen“ vom 19. September 2019 kurz und knapp wie folgt: „Föderalismus in der Bildung abschaffen!“
Allein, wenn man sich das Gezerre um den Digitalpakt anschaut oder aber wenn man weiß, dass von der Ankündigung „dass jeder Lehrer bis zum Jahresende 2020 ein digitales Endgerät bekommt“ vier Monate bis zur Unterzeichnung der Verwaltungsvereinbarung vergingen und kein einziges Lehrer-Endgerät gekauft werden konnte, erkennt man einmal mehr, dass dieser Föderalismus in der Bildung ein Hemmschuh ist und die Bildung zur Spielwiese der Landespolitik verkommt.
Hier folgt die Zusammenfassung meiner Erkenntnisse:
Seit Langem kämpft die GEW Sachsen-Anhalt für eine bessere Bezahlung der Grundschul-Lehrkräfte im Land. Inzwischen haben alle anderen östlichen Bundesländer die Bezahlung der Grundschul-Lehrkräfte nach E 13/A 13 eingeführt oder deren zeitnahe Einführung beschlossen. Um den Handlungsbedarf in Sachsen-Anhalt zu verdeutlichen, übergab die GEW vor dem Magdeburger Landtag rote „Anti-Stress-Herzen“ mit der entsprechenden Botschaft an Vertreter*innen von Landtagsfraktionen.
Aufruf zur Kundgebung am 29.08. um 16 Uhr vor dem Landtag
Wir fordern:
die Anerkennung und Wertschätzung der Arbeit der Grundschullehrkräfte auch in der Bezahlung,
die Eingruppierung/ die Besoldung in der E 13 / A 13,
die entsprechende Änderung des Landesbesoldungsgesetzes,
die Berücksichtigung des Finanzbedarfs im Doppelhaushalt 2020/21,
den Stopp des Weggangs junger Grundschullehrkräfte in andere Bundesländer aufgrund der besseren Eingruppierung/ Besoldung
Alle (verbeamteten oder angestellten) Kolleginnen und Kollegen, insbesondere an den Grundschulen des Landes Sachsen-Anhalt, rufen wir auf, sich an unserer Kundgebung zu beteiligen.
Wir errichten symbolisch eine Mauer aus Umzugskartons, auf denen wir unsere Forderung nach E 13 oder A 13 gut sichtbar für die Landespolitiker anbringen. Für Teilnehmer, die keinen Umzugskarton mitbringen können, stellen wir am Veranstaltungsort Kartons bereit, die nur noch beklebt werden müssen.
Die GEW setzt sich schon lange für die gerechte Bezahlung aller Lehrkräfte ein. In einigen Bundesländern werden Grundschullehrkräfte bereits in die E 13 bzw. A 13 eingruppiert. Sachsen-Anhalt muss hier unbedingt nachziehen. Deshalb beteiligt sich die GEW Sachsen-Anhalt an der bundesweiten Kampagne „JA 13 – weil Grundschullehrer*innen es verdienen!“.
Anmerkung eines Gymnasiallehrers zur nicht gehaltenen Rede der CDU-Landtagsabgeordneten Angela Gorr: Für Sachlichkeit und gegen Totschlag-Argumente
Wenn ich mir das Manuskript ihrer nicht gehaltenen Rede durchlese, überkommen mich Zweifel. Zweifel daran, ob wir Bürger*innen unsere Macht durch Wahlen immer in die Hände von Abgeordnet*innen geben, die ihren Aufgaben gewachsen sind.
In Ihrer nicht gehaltenen Rede als Landtagsabgeordnete und bildungspolitische Sprecherin der CDU anlässlich unserer Veranstaltung am 31. Januar 2019 zur Kampagne JA 13 in Magdeburg bedienen Sie sich genau dessen, was man sonst gerne mal der GEW vorwirft, nämlich ideologischer Argumentation. Und zwar einer Ideologie aus dem 19. Jahrhundert nach dem Motto „kleine Kinder – kleines Geld“.